Bücher

hier sind einige Bücher, die ich in letzter zeit gelesen habe & Lieblingsbücher, die ich schon vor langem gelesen habe und die nach wie vor zu meinen Favoriten gehören

Das Gleichgewicht der Welt von Rohinston Mistry

Man schreibt das Jahr 1975. Der Ort: Bombay. Hier treffen vier Menschen aufeinander: Dina Dalal, eine Frau, Anfang Vierzig und seit fast zwanzig Jahren verwitwet; Maneck Kohlah, ein Student aus dem Gebiet des Himalajas; Ishvar Darji, ein unglaublicher Optimist, und sein widerspenstiger junger Neffe Omprakash – zwei Schneider, die vor den unerträglichen Verhältnissen auf dem Land in die Stadt geflohen sind. Diese vier lernen sich kennen, achten und lieben und werden doch vom Schicksal wieder auseinandergerissen.
Rohinton Mistry holt weit aus und erzählt von den Lebenswegen, die diese Menschen zu dem gemacht haben, was sie sind. Seine großen erzählerischen Bögen führen den Leser von den grünen Tälern des Himalaja bis in die Straßen von Bombay. Er erzählt von Rajaram, dem Haarsammler; dem geschäftstüchtigen Bettlermeister, Herr über eine Bettlerarmee; oder Mr. Valmik, einem Korrekturleser, der eine Allergie gegen Druckerschwärze entwickelt. Das Gleichgewicht der Welt läßt den indischen Subkontinent vor den Augen des Lesers entstehen – und es ist ein gewaltiges wie auch gewaltsames Bild einer Gesellschaft, die nur auf den ersten Blick fremd erscheint.

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Geständnisse eines Küchenchefs – was Sie über Restaurants nie wissen wollten von Anthony Bourdain

Ein versierter Gourmet erzählt, und der Leser wird hingebungsvoll zum Gourmand — von Seite zu Seite ein bisschen mehr. Die Geständnisse eines Küchenchefs, sie ziehen in den Bann. Verständlich, denn irgendwann war jeder schon einmal Teil dieser kulinarischen Maschinerie, dieses bis ins Detail geplanten Wechselspiels zwischen Küche und Service. Was hinter Küchentüren so abläuft, na ja, das hat man sich ja immer schon gedacht — oder ist es ganz anders? Nur soviel: skurril bis spannend, und das nächste Menü in irgendeinem Restaurant sehen Sie ganz sicher mit anderen Augen.

„Ich möchte auch dann noch Küchenchef sein, wenn das Ding hier erschienen ist“ sagt der gebürtige Franzose Anthony Bourdain in seinem Vorwort. Die Angst mag angesichts seiner Geschichten, Anekdoten und schauerlich-schöner Erlebnisse zunächst gerechtfertigt sein, allerdings kann man am Ende sagen: Dieser verbal gewiefte und mit Humor — von schwarz bis umwerfend — gesegnete Küchenchef hat kein Blatt vor den Mund genommen, aber seine Schläge bleiben immer oberhalb der Gürtellinie. Er kritisiert schon mal die Branche, in der er sich — ganz nach alter Tellerwäschermanier — von unten nach oben gearbeitet hat, aber zwischen den Zeilen erkennt man die überzeugende Liebe zu seinem Beruf. „Essen war für mich immer ein Abenteuer“, gesteht er, und man glaubt es ihm sofort.

Die Geständnisse vermitteln Atmosphärisches und gestatten höchst unterhaltsame Einblicke in für jeden Gast sonst unerreichbare Gefilde. Durchaus zu beherzigende Tipps gibt es auch zwischendurch: warum man Montags keinen Fisch essen, zum Sonntags-Brunch keine Meeresfrüchte-frittata bestellen oder nicht unbedingt in jedem Restaurant Muscheln verspeisen sollte.

Da läuft einem stellenweise das Wasser im Mund zusammen, wenn es um die Köstlichkeiten internationaler Küchen geht, aber schon im nächsten Moment mag man lieber nichts mehr herunterschlucken, wenn „Discount-Sushi“ oder „Spezial-Gerichte“ auf der Montagskarte durchleuchtet werden. Lieber nicht. Und eines ist nun auch Gewissheit: „Die Wiederbenutzung von Brot wird in der gesamten Gastronomie praktiziert.“ Und wer Angst hat, ein „tuberkulöser Hinterwäldler“ könnte auf den Brotkorb gehustet haben, der sollte, so Bourdain, lieber auch keine U-Bahn benutzen

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Der Morgen der Trunkenheit von Fattaneh Haj Seyed Javad

Welchen Weg nimmt eine unmögliche Liebe, wenn Familie und islamische Tradition noch das Sagen haben? Die Geschichte einer jugendlichen Leidenschaft – wussten wir, dass es so fesselnd sein kann, ihr bis ins Alter zu folgen? Teheran Anfang der dreißiger Jahre: Nachdem die selbstbewusste Mahbube mit ihren fünfzehn Jahren den Sohn einer Prinzessin abgelehnt hat, weist sie auch ihren Cousin zurück, der in sie verliebt ist. Warum? Das Mädchen hat sich in einen jungen Schreiner verguckt, und sie besteht auf ihrer Wahl. Wider Willen ringt der Vater sich dazu durch, ihr nachzugeben. Die Tochter erhält zur Hochzeit ein Häuschen und monatlich Kostgeld, aber das Elternhaus darf sie nicht mehr betreten. Die persische Autorin zeigt, dass Mahbubes Leidenschaft den Bedingungen dieser Ehe nicht gewachsen ist. Die junge Frau findet sich mit Ärmlichkeit und verletzenden Umgangsformen nicht ab. Nachdem ihr Sohn im Alter von fünf Jahren ertrunken ist, hält sie nichts mehr. Als verlorene Tochter kehrt sie zurück – um die Nebenfrau ausgerechnet des abgewiesenen Cousins zu werden. Jetzt, als „Geliebte der Nacht“, lernt sie ihn lieben, aber sie hat ihn nicht für sich allein, und Kinder kann sie nach einer Abtreibung nicht mehr bekommen. Alles, was sie erreicht, ist ein Glück, das schmerzt. Alt geworden, erzählt sie im Teheran der Gegenwart ihrer Nichte, die sich ebenfalls in den Kopf gesetzt hat, „unpassend“ zu heiraten, ihr Leben: „Der nächtliche Wein ist nicht den Morgen der Trunkenheit wert.“

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Der Junge im gestreifeten Pyjama von John Boyne

Auf dem Umschlagtext des Jugendbuches Der Junge im gestreiften Pyjama findet der Leser nicht — wie sonst üblich — eine Inhaltsangabe des Romans. Vielmehr soll der Leser die Lektüre völlig unvoreingenommen beginnen und die Geschichte durch die Augen des neunjährigen Helden Bruno erleben. Bruno wächst zu Beginn des zweiten Weltkrieges wohlbehütet und glücklich mit seiner Familie in Berlin auf. Doch dann muss er plötzlich an einen Ort namens „Aus-Wisch“ umziehen, weil der „Furor“ den Vater dort für eine wichtige Aufgabe vorgesehen hat. Bruno kann das nicht verstehen und hasst sein neues, graues Zuhause, das in einer öden Gegend liegt, wo keiner mit ihm spielt. Besonders schrecklich und rätselhaft ist der endlose Stacheldrahtzaun hinter seinem Haus, hinter dem Menschen in gestreiften Schlafanzügen in Baracken leben. Die Antworten, die der Junge auf seine Fragen nach den „Menschen hinter dem Zaun“ erhält (Antwort des Vaters: „Das sind gar keine Menschen“) bringen ihn auch nicht weiter. Dann lernt er auf einem seiner Spaziergänge den gleichaltrigen Schmuel kennen, der auf der anderen Seite des Zaunes lebt, einen gestreiften Pyjama trägt und schrecklich abgemagert ist. Heimlich trifft sich Bruno von nun an fast täglich mit Schmuel und es entwickelt sich eine Freundschaft, die nur ein tragisches Ende finden kann. Konsequent erzählt der Ire John Boyne seinen Holocaust-Roman aus der kindlich-naiven Perspektive eines neunjährigen Jungen, der nicht nur vorgibt, nicht zu wissen, sondern der wirklich nichts weiß. Durch die Unwissenheit und die Unvoreingenommenheit des Kindes, die Reduziertheit des Blickwinkels und der Sprache schafft Boyne eine neue Art des Erzählens über den Holocaust aus der Perspektive der Täter (wobei auch Bruno ein Opfer des NS-Regimes ist). Gerade das Unausgesprochene macht diesen Roman so eindringlich und schafft eine intensive Atmosphäre, der sich der Leser nicht entziehen kann.

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Von mir aus – wahre Geschichten von Juan Moreno

THE BEST OF JUAN MORENO – Lakonisch-witzige Geschichten über Berlin, Hanau und die Welt, über Frauen, Fußball, andalusische Starrköpfe und typisch deutsche Eigenheiten.

Es gibt jede Menge Menschen, die kaufen samstags die »SZ« nur wegen Morenos Kolumne »Von mir aus«. Wer ihn bisher noch nicht entdeckt hat bzw. süchtig danach ist, findet 79 seiner köstlichen, zeitlosen Texte jetzt in diesem Band versammelt. Der beste Freund ein Philosophiestudent, andalusische Verwandtschaft und Berliner Großstadtleben: das sind nur ein paar der Zutaten für Juan Morenos amüsante, allzu wahre Geschichten.

Man kann sich mit ihm wundern, freuen und ärgern über alltägliche Kuriositäten und Peinlichkeiten, die jedem Tag für Tag widerfahren. Juan Moreno findet für jede Situation klare Worte. Und überall läßt er den Leser schmunzeln: »Ja, so kenn ich das auch.«

Mit Witz und Feingespür schreibt er von Urlaubsreisen, Fußballplätzen oder Treppenhäusern oder davon, wie er zum Von-mir-aus-Mann wurde, und erklärt, warum Männer mit Frauen Sport treiben (nicht, weil das irgendwas mit Spaß zu tun hat!). Mit dem Blick eines Einwandererkindes erzählt er aber auch vom Aufwachsen und Klarkommen in diesem seltsamen Land namens Deutschland, in dem Humor die beste Medizin ist. Neben Fußball und Frauen natürlich …

Juan Moreno wurde 1972 in Huércal-Overa in Spanien geboren. Er arbeitete fürs Fernsehen und absolvierte die Jounalistenschule in München. Seine Kolumne „Von mir aus“ erscheint wöchentlich in der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung

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Die Leber wächst mit Ihren Aufgaben von Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen untersucht und kommentiert die neuesten Entdeckungen, Auswüchse und Irrtümer der Medizin. Er fällt mit Glaubersalz vom Glauben ab, rettet die Welt durch neue Schlaftechniken, und lernt Gelassenheit nicht mit Hilfe indischen Ayurvedas, sondern durch das Verkehrsaufkommen in der indischen Hauptstadt. Er verschreibt keine Placebos, sondern liefert handfeste Lebenshilfe in einer Welt, für die wir nie geschaffen wurden. Sein Markenzeichen: intelligenter Witz mit nachhaltigen Botschaften.
Mein Fazit: ein kurzweiliges, unterhaltsames -aber auch seichtes Buch von dem ich mir wirklich mehr erwartet hatte


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Ein Kommentar zu “Bücher

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    Verdammnis von Stieg Larsson
    Vergebung

    Der Medicus von Noah Gordon

    Bummel durch Europa von Mark Twain

    Wendekreis des Krebses von Henry Miller

    Der Zauberberg von Thomas Mann

    Schöne neue Welt von Aldous Huxley

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